| Staudammaktion |
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„Der Damm ist ein Desaster: Ökologisch. Kulturell. Sozial.”*
Verarmung und Verdrängung: Aktionstag am 20. August
Hasankeyf, eine Stadt mit 10.000 jähriger Geschichte, und weitere 300 km2, sollen nach dem Willen der türkischen Regierung für immer in den Fluten des geplanten Ilisu-Stausees verschwinden. Aber 55.000 Menschen würden alles verlieren. Die von den Finanziers aus der BRD, Schweiz und Österreich geforderten Auflagen werden bereits jetzt nicht eingehalten. Das Projekt wurde in den letzten zwanzig Jahren mehrmals gestoppt, nachdem sich die GeldgeberInnen, sogar die Weltbank, aus dem Projekt zurückzogen hatten. Die Türkei erfüllte nicht mal die Auflagen zur sozialen, kulturellen und ökologischen Schadensbegrenzung.
Das Ilisu-Projekt ist Teil des GAP-Südostanatolien Gross-Projektes mit insgesamt 22 Staudämmen in Kurdistan. Neben der Stromerzeugung soll damit eine Fläche von 1,7 Millionen Hektar zwischen Euphrat und Tigris durch riesige Bewässerungsanlagen für die industrielle Landwirtschaft, wie den Anbau von Baumwolle, fit gemacht werden. Der Verbrauch von Pestiziden und Kunstdünger wird in die Höhe schnellen, und zusätzlich zum erwarteten Anstieg des Grundwasserspiegels zur Versalzung und langfristigen Unfruchtbarkeit des Bodens beitragen. Im Tigristal,wo die Landwirtschaft vor 10.000 Jahren erfunden wurde, ist auch heute die ökologische Vielfalt noch relativ intakt, denn das Land wird von den ansässigen Familien für den Eigenbedarf bewirtschaftet. Das bedeutet für sie, keine Not zu leiden, trotz einer Arbeitslosigkeit von über 80%.
Bereits vor einigen Jahren wurden viele von ihnen enteignet, doch entsprechendes Ersatzland bekamen sie nicht. Sie sind entweder gezwungen, auf den Feldern der Agas, den staatstreuen GrossgrundbesitzerInnen, zu schuften oder auszuwandern: in die Gecekondus (Slums) der Großstädte oder gleich ins Ausland.
Das GAP und die Staudammprojekte sind einerseits Bestandteil einer Zurichtungs- und Verarmungspolitik, die die nach wie vor starken Autonomiebestrebungen in der kurdischen Bevölkerung abrechen soll. Zum anderen dient sie geostrategischen Interessen, indem sich die türkische Regierung die Möglichkeit verschafft, die Nachbarländer Syrien und Irak mit der lebenswichtigen Ressource „Wasser” zu erpressen.Wasser könnte in Zukunft das "Öl” als Kriegsgrund ablösen.
Aufruf:
Dieses Großprojekt muss verhindert werden! |

