ABENDBLATT 25.08.08:Bilanz des Klima-Camps: In der Erinnerung bleiben Gewaltaktionen
Vieles spricht dafür, dass die Veranstalter in Hamburg im kommenden Jahr erneut ein Klima- und Antirassismus-Camp organisieren wollen. Vergleichbare Projekte gibt es in anderen Staaten, etwa England, bereits seit Jahren. Die Argumentation der Organisatoren: Hamburg biete mit seinen Kraftwerkplänen in Moorburg Angriffsfläche für Protest gegen Energie aus fossilen Brennstoffen. Außerdem würden vom Flughafen Fuhlsbüttel zahlreiche Ausländer mit gecharterten Flugzeugen abgeschoben.

Doch obwohl die Camp-Organisatoren bilanzieren, "erfolgreich den Finger in die politischen Wunden gelegt" zu haben, hat eine inhaltliche Diskussion um diese Themen die politische Ebene der Bürgerschaft nicht erreicht. Dies lag auch an Fehlern der Kommunikation der Camp-Sprecher, die von vielen Politikern allerdings dankbar aufgenommen wurden. Das Grundproblem: Eine heterogene Ansammlung einer hohen zweistelligen Zahl von Aktivistengruppen- und Netzwerken wurde de facto durch eine kleine Zahl von Sprechern vertreten, die keinen Anlass sahen, sich von Gewaltaktionen gegen Menschen zu distanzieren. Die öffentliche Diskussion verengte sich somit auf Pflastersteine, die einige Täter aus dem Umfeld des Camps durch das Fenster eines Beamten der Ausländerbehörde geworfen hatten. ... [Zum Artikel]
 
broken_image