ABENDBLATT 23.08.08: Politischer Ringelpiez ums Klimacamp

Eine wundersame Verwandlung vollzieht sich derzeit im Hamburger Rathaus. Während Wackersteine durch die Wohnzimmerscheiben eines SPD-Abgeordneten fliegen und eine Horde handgreiflicher Moralisten ein Bezirksamt stürmt, mutieren CDU-Innenpolitiker zu linksliberalen Ökopaxen. Und Sozialdemokraten entdecken ihr Herz für eine durchgreifende Innenpolitik. So jedenfalls mutet an, was sich rund um das Antirassismus- und Klimacamp abspielt.


Vorab: Es ist nötig, wichtige Themen wie Migration und Umweltschutz auch außerhalb klassischer Politgremien zu debattieren und ihre Relevanz hervorzuheben. Erklärungsbedürftig, zumindest für die Mitglieder und Wähler dieser Partei, ist es dagegen, wie blauäugig CDU-Politiker im Vorwege mit dem Camp umgegangen sind. Nachdem CDU-Staatsrat Manfred Jäger den Campern einen Platz in Lurup organisierte, schaffte es CDU-Innensenator Christoph Ahlhaus nicht einmal, Mitarbeiter der Ausländerbehörde, wie den SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Gunnar Eisold, vor Übergriffen zu schützen, deren Namen im Programmheft des Camps genannt sind. Stattdessen konnten die Täter seelenruhig die Scheiben von Eisolds Haus zertrümmern. ... [Zum Artikel]

 
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