SHZ 11.08.08: Politik segnet Protestlager ab

Zivil ungehorsam wollen sich die Aktivisten des Klimacamps in Hamburg zeigen. Dennoch gab der Senat grünes Licht - inklusive Flughafen-Blockade und Besetzung der Kohlekraftwerk-Baustelle.
 

Sie wollen die Baustelle des Kohlekraftwerks in Moorburg besetzen und den Flughafen blockieren - und doch dürfen sie wohl kommen: Etwa 2500 Teilnehmer des Klimacamps '08 und des Anti-Rassismus-Camps könnten Hamburg einen heißen August bescheren. Vom 15. bis zum 24. des Monats wollen die aus dem linken Spektrum kommenden Aktivisten bei einem riesigen Zeltlager gegen die Klimakatastrophe und für die Rechte von Flüchtlingen eintreten.


Es ist das bundesweit erste Klimacamp, veranstaltet von einem lockeren Bündnis vorwiegend linker Gruppen, darunter Attac und die Grüne Jugend. Vorbild sind die Protestlager gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm. Die Globalisierungskritiker wollen in Hamburg diskutieren, in Workshops arbeiten und Spaß haben - kündigen aber auch tatkräftiges Handeln an. So plant die Initiative "Gegenstrom 08" für den 23. August die Stürmung des Baustellengeländes in Moorburg. Das dort von Vattenfall geplante Kohlekraftwerk würde den CO2-Ausstoß in Hamburg um 40 Prozent erhöhen, rechtfertigen die Initiatoren das Vorhaben. "Ja, die Besetzung ist bewusst ein Verstoß gegen Gesetze. Das ist ziviler Ungehorsam", sagt Ines Koburger von der Camp-Vorbereitung.  ... [Zum Artikel]

 
broken_image