Re: Mehrsäulencamp zum Zweiten
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Im Protokoll und auch in den Abschriften der Wandzeitungen aus den einzelnen Kleingruppen habe ich mir zwar einige Punkte herauspicken können, die mir gefallen; insgesamt findet sich hier aber eine ziemliche Bandbreite von Einordnungen und Meinungsäußerungen. Der unten zitierte Protokollauszug liefert Stichworte, die sich lesen lassen als eine Einladung in die radikale Linke hinein. Die Frage bleibt aber offen, wie es weiter geht, wenn diese Einladung nicht angenommen wird. Die Beiträge von nolagerbremen und aus Hanau geben einen Hinweis darauf, dass mit einem schlichten Kasseler Beschluss das Problem nicht aus der Welt geschafft ist.

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wer vom Klima redet,

darf vom Kapitalismus nicht schweigen!

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In den Gruppen aus der antiAtom-Bewegung, die sich seit einigen Jahren gemeinsam mit globalen Energiefragen befassen, haben wir darüber diskutiert, welche Entwicklung wir uns für die Zeit nach Heiligendamm wünschen. Im Ergebnis geben wir hier ein vorsichtiges Plädoyer für ein Klima-Camp der vielen Füße ab. "Vorsichtig" deshalb, weil wir es für nicht ausreichend halten, lediglich etwas zu beschließen, von dem wir glauben, dass es für andere schon irgendwie annehmbar sein müsste.

 

Ganz sicher wird die Mobilisierung für ein Camp in 2008 anders aussehen als die für Heiligendamm. Wir werden dafür sehr viel klarer die Frage beantworten müssen, wogegen sich der - gemeinsame? - Handlungswille eigentlich richtet. Das scheint uns ein großer Zugewinn gegenüber der g8-Geschichte; Hagen aus Hanau fragt ja danach, ob denn alle das Resumé aus dem antiRa-Bereich teilen. Natürlich hat es auch uns gefallen, eine so große Anzahl Menschen auf die Beinen zu bekommen, dass sie gesellschaftlich nicht ignoriert werden konnten. Aber nach unserer Einschätzung blieb es dem Publikum weitgehend selbst überlassen, sich einen Reim darauf zu machen, worum es eigentlich ging. Das, was uns eigentlich wichtig war, ging in dem ganzen Organisationsgerödel unter. An seine Stelle traten die Interpretationen der bürgerlichen Presse.

 

Seit Jahren rackern wir uns auf dem BUKO und an anderen Stellen dafür ab, dass Atom- und Energieangelegenheiten nicht als ökologisches Problem angesehen werden, sondern als politisches; als Frage von sozialem Verhältnis, von wirtschaftlicher Dominanz, von Hegemoniestreben, von Krieg. Auch im Zusammenhang mit der Klima-Diskussion halten wir es für notwendig, dass eine radikale Linke sich in die Lage versetzt, den Diskurs in diesem Sinn (mit)zubestimmen. Ein Flugblatt dazu, das als Mobilisierung für den g8 geschrieben wurde, hat an seiner Argumentation nichts verloren, deswegen hängen wir es hier an. <die energetische Basis der Globalisierung untergraben!>

 

Solange "Klima" ein Thema in der öffentlichen Diskussion ist, das BILD-Zeitungskampagnenfähig ist, solange brauchen wir nicht darauf zu hoffen, dass sich, wie es das erste Kasseler Treffen beschlossen hat, unter einem "Dach" mehrere Säulen einfinden. Es wird notwendig sein, auf den Perspektiventagen (und bei jeder sich bietenden sonstigen Gelegenheit) herauszuarbeiten: wer vom Klima redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen!

 

Also: wir wollen ein Klima-Camp, das bereits in der Vorbereitung und der Mobilisierung der herrschenden Meinung den Platz streitig macht; das so eindeutig in seiner radikal linken, antikapitalistischen Ausrichtung ist, dass viele Säulen, Füße, Köpfe, ... es mittragen können.

 

ciao    red-aaa (Dezember 2007)

 

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